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Geschichte
Verdiente Trudering-Riemer
SPD-Mitglieder
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Wilhelm (Willy) Stöber
28.04.1901 – 12.12.1998
war 81 Jahre SPD-Mitglied
und Ehrenvorsitzender der Truderinger SPD |
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Wiily Stöber wurde am 28. April 1901 in Rothenburg o.d. Tauber geboren. Er erlebte noch die Monarchie, die Weimarer Republik und nun die Demokratie, einen entscheidenden Abschnitt deutscher Geschichte.
Wilhelm Stöber berichtete aus seinem Leben: „Vater August, ein engagierter Gewerkschafter und Sozi bereits vor der Jahrhundertwende, war unter den 12 Perlacher Bürgern, die 1919 kaltblütig ermordet wurden. Die Nacht bleibt unvergessen, in der Leute vom Freikorps aufgrund einer Denunziation in die Wohnungen eindrangen, um die vermeintlichen Aktivisten der Räterepublik aus den Betten zu holen und an die Wand zu stellen. 49 Kinder unter 18 Jahren verloren dadurch ihre Väter. 21 katholische Gesellen wurden ebenfalls erschossen. Die Ermordeten wurden 1926 gerichtlich rehabilitiert. Die Mörder nie bestraft!“
Willy Stöber wurde im väterlichen Betrieb als Korbmacher ausgebildet und kam nach 10 beruflichen Wanderjahren durch Österreich, Sachsen und Thüringen 935 nach Perlach zurück. 1948 zog er nach Trudering, das damals noch überwiegend Wald- und Wiesenland war.
1945 gehörte Willy Stöber zu den ersten, die die SPD zu neuen Leben erweckten und war dann über viele Jahre im Bezirksausschuss tätig. Bis 1975 arbeitete er als unermüdlicher und immer freundlicher Kassier des Ortsvereins. Und das war bedeutend mehr Arbeit als heute, denn damals wurden die Mitgliedsbeiträge noch von dem Kassier persönlich bei den Mitgliedern abgeholt. Auch im hohen alter stand Willy Stöber dem Weltgeschehen immer noch wach und aufgeschlossen gegenüber.
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Horst Salzmann
29.11.1917 - 13.09.1997
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Nach der Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft gründete er eine der ersten Bürgerinitiativen. Ziel dieser Initiative war es Wohnraum zu schaffen.
Das Gelang mit der Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Thomas Wimmer.
1953 trat er in die SPD ein und übernahm verschiedene Funktionen innerhalb der Partei. Er führte von lange Jahre den Kreisverband 9 als Vorsitzender. Dem Stadtrat gehörte Horst Salzmann von 1960 bis 1984 an. In dieser Zeit war er 5 Jahre Fraktionsvorsitzender und 7 Jahre stellv. Fraktionsvorsitzender. In diesem Zeitraum wurden im Münchner Osten Schulen, Kindergärten, Krippen, das Michaelibad, die Krankenhaus Neuperlach, Neuperlach als Stadtteil, die Absiedelung des Flughafens Riem, Bezirkssportanlagen und der Ostpark im Stadtrat beschlossen und gebaut. Andere kommunalpolitische Entscheidungen aus dieser Zeit: die Olympiade 1972, der U-Bahnbau, der Krankenhausbau und die Einleitung der Münchner Krankenhausreform.
Als Gewerkschafter (60jährige IGM-Zugehörigkeit, stellv. Personalrats-vorsitzender bei der damals noch städtischen Polizei setzte sich Horst Salzmann für die Schaffung von Arbeitsplätzen ein –z.B. Siemens Neuperlach-.
Neben dem Ehrenamt als Stadtrat und der Berufstätigkeit baute Horst Salzmann von 1963 bis 1983 den Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt auf. Es wurden für München und den Münchner Osten wichtige Einrichtungen –das Sozialzentrum Neuperlach (heute Horst-Salzmann-Zentrum) und das AWO-Dorf Hasenbergl geschaffen, die zum Teil Modellcharakter hatten. Fortschrittliche Beschlüsse flossen auch in die Gesetzgebung des Deutschen Bundestages ein, so dass dieses soziale Engagement unmittelbare Auswirkungen auf die Lage der älteren Mitbürger hatte.
Horst Salzmann wurde für dieses über 40jährige Wirken für das Gemeinwohl mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, der Marie-Juchacz-Medaille und der Medaille „München leuchtet“.
1984 zog Salzmann sich aus der aktiven Politik in sein Truderinger Reihenhaus zurück. Er nahm aber noch Einfluss auf die Planung der soz. Infrastruktur der Messestadt Riem und setzte die Aufnahme in die Bebauungspläne durch.
Kurz vor seinem 80-zigsten Geburtstag verstarb Horst Salzmann nach langer schwerer Krankheit. In einer bewegenden Feierstunde auf dem Neuen Südfriedhof nahmen am 19. September 1997 die Familie, Freunde, die Münchner Altoberbürgermeister Vogel und Kronawitter, alle Bürgermeister Mandatsträger aller im Rathaus, Landtag und Bundestag vertretenen Parteien, Franz Beckenbauer, Wegbegleiter und unzählige Münchner Abschied von Horst Salzmann. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, Dr. Dietmar Keese, Hermann Memmel und Max von Heckel würdigten in ihren Reden noch einmal die außerordentliche Lebensleistung für die Stadt München und ihre Bürgerinnen und Bürger. Posthum hat man Horst Salzmann mit der Benennung des Sozialzentrums in Neuperlach und mit dem Horst-Salzmann-Weg zwischen St. Augustinus-Straße und der Wasserburger Landstr. in Trudering geehrt.
Am 2. Mai 2008 wird Regina Salzmann als Stadträtin der Landeshauptstadt München vereidigt und tritt somit die Fußstapfen ihres Vaters, der ihr großes Vorbild ist.
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Josef Wirth
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Schon der Trauerzug von einem Kilometer zeigte, dass hier Mensch zu Grabe getragen wurde, der Außerordentliches geleistet hatte.
„Josef Wirth wird uns fehlen“ hörte man bei den Trauerreden von Oberbürgermeister Georg Kronawitter, wie beim Sprecher des Bayerischen Landesverband; und das sagten auch viele der 1500 Menschen, darunter fast der gesamte Stadtrat, Mitglieder des Landtages, Berufskollegen, ehemalige Schüler und viele Freunde.
Wir alle waren erschüttert, ja fassungslos. Keine Spur von Krankheit war ihm anzusehen. Gerade ein paar Tage vorher, am 2. Mai begann für ihn die 3. Stadtratsperiode. Er wurde zum Korrefenten für das Schulische bestellt und zum schul- und bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion. Voller Ideen, voller Optimismus hatte er noch Anträge zur Renovierung von verschiedenen Schulen und den Bau neuer Kindergärten initiiert. Er hat für seine Aktivitäten viel Zeit aufwenden müssen. Noch heute gilt unser Dank, aber auch unser Mitgefühl seiner lieben Frau Maria, die ihn bei vielen Aktionen erfolgreich unterstützte.
Wir, die Sozialdemokraten in Trudering und im Münchner Rathaus haben mit Josef Wirth nicht nur einen überragenden Fachmann, sondern auch einen Freund verloren. Als beides fehlst Du uns. (Diesen Nachruf schrieb Hermann Memmel 1991 für die Broschüre 75 Jahre SPD in Trudering.)
Im Frühjahr 2000 wurde in der Messestadt Riem eine Straße nach Josef Wirth benannt und weil die Straße so heißt, heißt die Grundschule: Schule an der Lehrer-Wirth-Straße. Die Truderinger SPD ist stolz, dass so Josef Wirth eine Ehrung erfahren hat, die gerade sein Wirken im schulischen Bereich besonders würdigt.
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Dr. Wilhelm Zankl
1916 - 1998
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Wurde 1916 geboren, ging in Frankfurt a. M. zur Schule und studierte in Karlsruhe und Heidelberg. Sein Studium schloss er 1939 mit einem Diplom ab. Von 1939 – 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Krieg befasste sich Dr. Zankl bis 1955 als wissenschaftlicher Assistent und Leiter der techn. Abteilung an einer Universität mit der Entwicklung von Treibstoffen. Danach arbeitete er bis 192 in einem Industriebetrieb, der sich mit dem Bau und der Entwicklung von Kohlewerkstoffanlagen beschäftigte, als Verkaufsdirektor für die Nachbarländer, den Nahen Osten, Indien und Indonesien.
Ab 1962 war Dr. Zankl bei den Münchner Stadtwerken angestellt und bearbeite eine Vielzahl von Projekten bei den Gaswerken wie: Rohrnetzsanierung und die Erdgasumstellung, bei den Wasserwerken: die Sanierung der Leitung Mangfalltal (Projekt Oberau), im Badebetrieb: den Bau der Hallenbäder Michaelibad, Clausenerstraße, Forstenried, Cosimabad und die Sanierung des Volksbades.
Ab 1974 war Wilhelm Zankl dann hauptberuflich Stadtrat und als Werkreferent und 1. Werkleiter zuständig für die Elektrizitätswerke und für den Umbau der Heizkraftwerke Süd und Nord. Bei den Verkehrsbetrieben betreute er die Eingliederung der U-Bahnstrecken Harras, Rotkreuzplatz und Neuperlach in das übrige Verkehrsnetz. Die Kaufmännische Verwaltung wurde unter seiner Leitung auf EDV umgestellt.
1945 trat Dr. Zankl in die SPD ein. Von 1963 bis 1970 war er Mitglied im Truderinger Bezirksausschuss, seit 1988 Seniorendelegierter und 1994 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Münchner Seniorenbeirats gewählt. Im
Januar 1998 verlor die Truderinger und Münchner SPD ein verdientes Mitglied.
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Ernst Hochholzer
11.01.1911 - 12.12.1998 |
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Ernst Hochholzer wurde am 11.01.1911 im damaligen Arbeiterviertel Haidhausen geboren. Er erlernte das Schreinerhandwerk und fand nach der großen Arbeitslosigkeit in den 30iger Jahren eine Beschäftigung bei der Post. Hier arbeitete er sich in den 35 Dienstjahren vom Fernmeldetechniker zum Betriebsinspektor hoch und war zuletzt als Lehrlingsausbilder beschäftigt.
Ernst Hochholzer war Sozialdemokrat aus Überzeugung, ein Mensch mit einem ausgeprägten Sozialbewusstsein, ein zäher Kämpfer für gesellschaftliche Gerechtigkeit. 1953 wurde er Ortsvereinsvorsitzender und leitete ab 1960 achtzehn Jahre den Truderinger Bezirksausschuss. Hier kümmerte er sich u.a. um den Ausbau der Schulen in Riem und an der Feldbergstraße, die Einrichtung des Gewerbegebietes Moosfeld und die Fußgängerunterführung am Lehrer-Götz-Weg. Er war auch der „Vater der Waldreinigung“ in Münchens Wäldern. Bei der ersten Aktion vor mehr als 25 Jahren mit über 500 freiwilligen Helfern wurden ca. 300 Kubikmeer Abfall aus den Wäldern herausgeholt.
Ernst Hochholzer hat sich besonders mit praktischer Lebenshilfe und dem Bemühen um mehr soziale Sicherheit und Gerechtigkeit für die Bürger eingesetzt. So kämpfte er z.B. gegen ungerechtfertigte Kostenbescheide für Grünanlagen oder für die Einhaltung der Baumschutzverordnung. Er war viele Jahre Abgeordneter im Bezirkstag von Oberbayern und Vorsitzender der „Aktionsgemeinschaft gegen den Flughafen München-Riem“. Die Absiedlung 1993 hat er noch miterleben können.
Ernst Hochholzer verstarb am 12.12.1998 in München. Die Bürgerinnen und Bürger aber auch die Truderinger-Riemer SPD wird ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Viele Ehrungen hat er im Laufe seines politischen Lebens erhalten. Posthum ist er durch die Benennung einer Straße in seinem Stadtbezirk geehrt werden.
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Karl Füss
Sozialdemokrat und Gewerkschafter
17.09.1907 - März 2002 |
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Karl Füss wurde am 17.09.1907 in München geboren. Von Beruf war er techn. Kaufmann und arbeitete als Werkstattleiter bei Klöckner-Deutz in Wien und ab 1952 als techn. Leiter bei Konsum (Nachfolge war Coop), in München.
Das Leben des Karl Füss ist von den politischen Ereignissen entscheidend geprägt worden. 1921 wurde er Gewerkschaftsmitglied und schon 1925 als 18jähriger trat er in die SPD ein und wurde dann 1928 zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Münchner Jung-Sozialisten gewählt. 1933 sperrten die Nazis Karl Füss wegen illegaler Herausgabe und Verbreitung einer SPD-Zeitschrift für ein halbes Jahr im KZ Dachau ein.
Als die SPD nach dem Krieg wieder gegründet wurde, war Karl Füss sofort wieder dabei. Von 1946-1952 übernahm er verschiedene Ämter, so war er Organisationssekretär der Münchner SPD, Vorsitzender der Sektion Haidhausen und Kreisverbandsvorsitzender München-Ost.
Mit einem großen Vertrauensvotum der Wähler wurde Karl Füss fünfmal direkt in den Bezirkstag Oberbayern gewählt, dem er von 1954 – 1974 angehörte. Als Mitglied des Bau- und Krankenhausausschusses kümmerte er sich 1958-74 als Referent um das Nervenkrankenhaus Gabersee.
Das Hobby von Karl Füss ist das Malen. Bei seinen Reisen in verschiedene Länder hat er seine Eindrücke immer wieder mit dem Pinsel bildlich festgehalten.
Im Frühjahr 2000 ist Karl Füss in die Nähe seines Sohnes im Münchner Süden gezogen. Bevor er Trudering verließ, konnte er noch die Namensgebung einer Straße nach seiner verstorbenen Ehefrau, die SPD-Stadträtin, Felicitas Füss erleben. Mit Karl Füss hat die SPD im März 2002 einen großen Sozialdemokraten verloren.
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Lydia Strößenreuther
die erste Frau als Vorsitzende der Truderinger SPD |
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Sie ist am 10. Februar 1921 in Karlsbad geboren. 1947 musste sie fliehen und kam so nach Chemnitz. Nach erneuter Flucht fand die Familie Strößenreuther in Trudering eine neue Heimat, in der sie sich wohl und fest verwurzelt fühlt.
Lydia Strößenreuther trat 1971 in die Partei ein, war mehrere Jahre Vorsitzende und Geschäftsführerin im Truderinger Ortsverein und kümmerte sich im Bezirksausschuss überwiegend um die Belange der Jugend, Kultur und Schule. Sie gehört seitdem zum Vorstand des Truderinger Ortsvereins und gibt immer wieder wichtige Impulse für die Arbeit im Ortsverein. 1975 gründete sie mit einigen anderen Frauen den „Truderinger Frauenstammtisch“, der mit seinen 250 Mitgliedern eine der größten parteipolitisch unabhängigen Gruppe in dieser Art im Münchner Raum.
Sie war Gründungsmitglied des Vereins „Bürgerzentrum Trudering“ und dessen Vorstand sie sehr lange angehörte und so hofft sie seit kurzem, dass sie die Einweihungsfeier für das Bürgerhaus miterleben kann.
Für ihre verdienstvolle Arbeit im vorpolitischen Raum bekam sie von der SPD München 1991 die „Thomas-Wimmer-Medaille“ verliehen.
Sie leitete die „Seniorenbörse“ in der Rumfordstraße und war darüber hinaus noch außerordentlich aktiv und streitbar. Sie zeigte den Jüngeren, wie man das Leben als älterer Mensch meistern kann und lies sich von keinem Schicksalsschlag unterkriegen.
Ihre freie Zeit verbrachte Lydia Strößenreuther gern mit ihren drei Enkeltöchtern und interessierte sich bis zu ihrem Tod sehr für deren Belange. |
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